Wissen & Praxis zum Buch
Prinzipien, Beispiele und Begriffe zum Nachschlagen
Hier findest du Ergänzungen zum Buch: die sechs Prinzipien im Überblick, Praxisbeispiele, ein Glossar und Neuigkeiten seit Erscheinen des Buches.
Die sechs Prinzipien im Überblick
Je ein kurzes Beispiel, wie der Unterschied aussieht. Ausführlich erklärt und mit vielen weiteren Beispielen findest du sie im Buch.
1. Ziel klären, bevor du startest
Statt: „Mach mir eine Präsentation.“
Besser: „Ich möchte eine Präsentation vorbereiten. Stelle mir zuerst die wichtigsten Fragen, damit du verstehst, was ich erreichen möchte.“
2. Kontext liefern
Statt: „Schreib mir eine Einladung.“
Besser: „Schreib mir eine freundliche Einladung zum Sommerfest unserer Freiwilligen Feuerwehr. Eingeladen werden Familien mit Kindern. Der Text soll herzlich, locker und ungefähr zehn Zeilen lang sein.“
3. In mehreren Schritten arbeiten
Statt: das erste Ergebnis einfach übernehmen oder verwerfen
Besser: „Das gefällt mir schon gut, aber bitte etwas kürzer und persönlicher.“
4. KI als Sparringspartner nutzen
Statt: „Ist meine Idee gut?“
Besser: „Hier ist meine Idee. Nenne mir die drei stärksten Gegenargumente und was ich übersehen könnte.“
5. Grenzen des Systems kennen
Statt: jede Antwort ungeprüft übernehmen
Besser: „Auf welchen Annahmen beruht deine Antwort, und was sollte ich vor einer Entscheidung noch prüfen?“
6. Mit der KI sprechen wie mit einem Menschen
Statt: „Urlaub Italien Kinder.“
Besser: „Wir möchten im Sommer mit unserer fünfjährigen Tochter nach Italien fahren. Uns sind flache Sandstrände, kurze Autofahrten und familienfreundliche Unterkünfte wichtig. Welche Regionen passen zu uns?“
Vorher-nachher-Werkstatt
Ein schwacher Auftrag, ein besserer Auftrag und was den Unterschied gemacht hat.
Büromaterial bestellen
Vorher: „Fasse diese Bestelllisten zusammen und mach die Bestellung so einfach wie möglich.“ Ergebnis: Die Mengen stimmten, aber alle Kugelschreiber waren blau und alle Druckerpatronen vom gleichen Typ.
Nachher: „Fasse die Listen zusammen. Zähle nur exakt identische Produkte zusammen und lass Farbe, Typ und alle anderen Details unverändert.“
Der Unterschied: Wer die KI verdichten lässt, überlässt ihr die Entscheidung, was „gleich genug“ ist. Prinzipien: ② Kontext liefern · ⑤ Grenzen des Systems kennen
Eine Zahlungserinnerung schreiben
Vorher: „Schreib mir eine E-Mail.“ Die KI muss raten: Worum geht es, an wen, in welchem Ton?
Nachher: „Ich brauche eine höfliche, aber bestimmte Erinnerung an eine unbezahlte Rechnung. Ton: freundlich, aber klar. Länge: fünf Sätze.“
Der Unterschied: Anlass, Ton und Länge sind klar. Prinzip: ② Kontext liefern
Weitere Beispiele aus der Werkstatt folgen.
Praxisbeispiele
Vom Flohmarkt-Chaos zur eigenen Vereins-App: wie mit KI eine kleine, maßgeschneiderte Anwendung entsteht, wenn Standardsoftware nicht ganz passt.
Weitere Praxisbeispiele folgen.
Glossar: KI-Begriffe einfach erklärt
Agentenmodus: Eine Funktion mancher Systeme, bei der die KI eine Aufgabe selbstständig in mehreren Schritten erledigt, zum Beispiel etwas recherchiert oder ein Programm bedient. Du behältst die Kontrolle und gibst wichtige Schritte frei.
Gedächtnis: Eine Funktion mancher Systeme, sich Informationen über mehrere Chats hinweg zu merken.
Generative KI: KI-Systeme, die neue Inhalte erzeugen, zum Beispiel Texte, Bilder oder Sprache.
Grundeinstellungen: Dauerhafte Vorgaben, die in jedem Gespräch gelten, zum Beispiel Schreibweise, Anrede oder Sprache. Je nach System heißen sie auch Anweisungen oder Profil.
Halluzination: Wenn die KI plausibel klingende, aber falsche Inhalte erzeugt.
KI (Künstliche Intelligenz): Software, die menschenähnliche Aufgaben erledigt, zum Beispiel Texte schreiben oder Bilder analysieren.
KI-Assistent / Chatbot: Ein Programm, mit dem du in normaler Sprache schreiben oder sprechen kannst und das dir antwortet, Fragen stellt oder Aufgaben übernimmt.
Kontext: Alle Informationen, die du der KI zu einer Aufgabe gibst, etwa Ziel, Zielgruppe, Hintergrund oder Beispiele. Je besser der Kontext, desto passender die Antwort.
Live-Übersetzung: Die KI übersetzt gesprochene Sprache direkt im Gespräch und gibt sie in der jeweils anderen Sprache wieder.
LLM (Large Language Model): Sprachmodell, das auf Basis riesiger Textmengen trainiert wurde. Viele KI-Assistenten basieren auf solchen Modellen.
Negativ-Prompt: Eine Anweisung, die festlegt, was im Ergebnis nicht vorkommen soll.
Neuronales Netz: Rechenmodell aus vielen einfachen, vernetzten Einheiten, das darauf trainiert wird, Muster in großen Datenmengen zu erkennen.
Primärquelle: Die ursprüngliche, offizielle Quelle einer Information, etwa ein Gesetzestext, eine Behördenseite oder die Originalstudie.
Projekt (eigener Bereich): Ein abgegrenzter Bereich für ein Thema, in dem Anweisungen und Unterlagen gebündelt sind. Bezeichnung und Funktion unterscheiden sich je nach System.
Prompt: Die Eingabe, mit der du die KI steuerst.
Rolle: Eine Vorgabe, aus welcher Sicht die KI antworten soll, zum Beispiel „Du bist ein Rhetorik-Trainer“.
Sparringspartner: So nutzt du KI am besten: nicht als Autorität, sondern als Gegenüber, das Fragen stellt, Alternativen aufzeigt und deine Gedanken schärft.
Tool: Ein Programm oder eine App, mit der du eine bestimmte Aufgabe erledigst.
Training: Der Lernprozess einer KI durch viele Beispiele.
Transkript: Der schriftliche Wortlaut eines Gesprächs oder einer Aufnahme, den eine KI automatisch erstellen kann.
Wissensspeicher: Ein eigener Chat oder ein eigenes Projekt, in dem du Wissen zu einem Thema sammelst, damit die KI später darauf zurückgreift.
Neuigkeiten
Oktober 2026: „KI verstehen. KI nutzen. KI meistern.“ ist erschienen, als Taschenbuch, Hardcover und eBook. Zum Buch